achdem wir jetzt mit Gungnir.de eine Seite für den ganzen fachlich neutralen Krams geschaffen haben, wird Greex auf der Odyssee mehr seine eigene, ganz persönliche Meinung zu bestimmten Themen der interessierten Leserschaft präsentieren.
Die letzte Woche gibt dazu direkt Anlass genug!
Es mag an der Jahreszeit liegen, aber es menschelt neuerdings stark in WoW! Tatsächlich sind die Aktivitäten wie Inis farmen und Raids fast in den Hintergrund getreten und wurden von Gesprächen mit Freunden, Mitraidern und anderen Meinungshabenden abgelöst.
Das ist schön! Ist es das? Ja, zum Teil.
Als allererstes: Es gab nichts im einzelnen, was mich aufgeregt, genervt oder besorgt haben könnte. In Summe allerdings war die letzte Woche doch sehr anstrengend. Es soll sich also bitte niemand direkt angesprochen fühlen. Nur mag die Tatsache, dass sich eine ganze Reihe von persönlichen Problemen aufgetan hat, eine Begründung dafür sein, dass es mit meiner Geduld manchmal nicht zum Besten stand.
Wenn ich über meine Erfahrungen in WoW mit "Außenstehenden" rede, stoße ich fast ausschließlich auf ... Fragezeichen in den Augen. Es scheint sich niemand vorstellen zu können, wie schnell in WoW (wie auch sicherlich in vielen anderen MMORPGs) enge soziale Bindungen entstehen können, die in der Wahrnehmung denen einer "echten" Freundschaft kaum nachstehen.
So kam es also dazu, dass sich in der letzten Woche die Themen eher um diese Art von Quests drehten, als um das eigentlich Spielen. Immer wenn so etwas passiert, stellt sich mir als "Casual Gamer" die Frage, ob es das wert ist. Spiele ich WoW nicht eher zum Abschalten und Entspannen? Will ich nicht manchmal genau diesen Dingen, denen man sich im RL unweigerlich stellen muss, entfliehen - um wenigstens mal für ein paar Stunden ausspannen zu können?
Eigentlich ja! Nur was würde es mir bedeuten, wenn ich die nicht wenige Zeit in WoW mit Leuten verbringe, die mich eigentlich nicht interessieren? Nicht viel. Nicht für mich. Ich mag meine "Spielbekanntschaften" und zum Teil ist die Kluft zwischen RL-Freunden und meinen WoW-Gefährten sehr schmal geworden. Kein Wunder eigentlich wenn man bedenkt, dass ich mit einigen in den letzten 2 Jahren mehr Zeit verbracht habe, als mit so manch altem Schulfreund oder Mitbewohner (Servus Herr Schröder - solltest Du das mal wieder lesen ;)).
Man kennt sich und man mag sich! Ich genieße die WoW-Zeit wesentlich mehr, wenn ich mich zusammen mit Leuten die ich kenne freuen oder ärgern kann. Von denen ich weiß, dass ich mich auf sie verlassen kann. Und nicht nur weil wir alle das gleiche Spielziel haben, sondern auch weil ihnen etwas an der gemeinsamen Zeit liegt.
So kommt es also, dass ich die Sorgen und Nöte meiner Spielgefährten ernst nehme. Ob es um ein RL-Beziehungsdrama geht, fehlender Spielerfolg oder auch um Missverständnisse IG. Manchmal verstehe ich nicht alles, aber ich nehme es trotzdem sehr ernst. Für mich ist die menschliche Seite des Spiels wesentlicher wichtiger als Epic xyz. Nicht weil mir das im RL fehlen würde, nicht weil ich sonst nix zu tun hätte, sondern weil es einer der Gründe ist, warum ich mehrere Spielstunden pro Woche aufsammle. Nur mit der Gier nach einem virtuellen Pixelgegenstand könnte ich die aufgebrachte Spielzeit und das Fehlen für Freunde, Bekannte, Familie im RL während dieser Zeit nicht rechtfertigen.
Also ist es ok und gehört so! Was mich aber wirklich stört ist, wenn ich an die andere Sorte von Mensch gerate. Eben solche, die anderen wegen einem Epic oder einem Fehler im Spiel auf's Dach steigen und persönlich angreifen.
Nehmen wir mal meinen Raid. In den letzten Wochen hat sich eine feste Mannschaft gebildet, bei der ich für jeden meiner Gefährten die Hand ins Feuer lege. Jeder bemüht sich und gibt alles im Rahmen seiner Möglichkeiten. Und das ist ok! Ich werde sauer wenn ich merke, dass sich ein Spieler nicht drum schert ob der Raid wegen ihm warten oder leiden muss und der erst aufwacht, sobald es ans Looten geht. Dann mit vollem Elan dabei ist - die Arbeit dafür aber lieber anderen überlässt und sich in der Zwischenzeit mit dem aktuellen Fernsehprogramm vergnügt. Auch solche Leute hatten wir natürlich mal dabei, aber selten ein zweites Mal. Wie schon oft gesagt: Lieber gehe ich gar nicht, oder nur mit 24 Leuten, als mit Personen, mit denen ich auch nicht zu Mittag essen würde.
Ich weiß dass jedem der 25 Leute, die allwöchentlich mit uns losziehen, der Spielerfolg wichtig ist und jeder alles gibt damit er eintritt. Aber nicht hauptsächlich um des Spieles Willen, sondern wegen der Gemeinschaft. Ich will Maghteridon nicht legen um den Loot abzugreifen, sondern damit er liegt. Damit ich mich mit 24 anderen Leuten über den Erfolg und die Arbeit freuen kann. Wir gemeinsam etwas geschafft haben und gestärkt weiterziehen können. Daher straffe ich mal das Tempo wenn es "unwichtige" Dinge wie Chatspaß oder Radau im TS gibt, was andere stören könnte, aber entspanne die Situation wenn es darum geht, dass sich jemand bemüht hat seine Aufgabe zu erfüllen, dabei aber einen Fehler gemacht hat. Bemüht sich ein Spieler nicht und gibt nicht alles was er gerade kann, darf er gerne sachlich, korrekt und fragend darauf aufmerksam gemacht werden.
Aber kein direkter Angriff auf Spieler, die eher den Menschen vor dem Bildschirm treffen sollen, statt zur Verbesserung oder Aufklärung der aktuellen Spielsituation beizutragen. Jeder weiß, dass wir ehrgeizig sind - und zwar alle. Jeder weiß, dass Erfolg Spaß macht. Erfolg im Sinne von Gruppenerfolg und nicht Einzelerfolg im Sinne von "Meins!".
Wenn ich also wegen Nicklichkeiten wie "Buäähhh, warum bekomme ich nicht Item xyz, ich habe es doch so nötig!" oder "Du weißt schon dass Nihilum dass bei dem Boss damals so und so gemacht hat und so schlecht wie ihr (der Sprecher selber nimmt sich dann meist aus) seid, gibt das eh nix!" angegangen werde, rührt mich das nicht sonderlich.
Bei sowas neige ich dann zu Konsequenz und lass schnell die Rollade runter. Wenn ich dafür später gedizzt oder dumm angemacht werde ... na ja ... geht bei denjenigen ja nur um Spiel und das ist halt eher unwichtig.
Dazu empfehle ich auch immer gerne diesen Eintrag im Blizz Forum über eine ähnliche Sache damals im Raid ;)
Wenn man sich im RL wie auch Spiel mal mit wirklichen Sorgen beschäftigt hat, dann ist das Betteln um ein Item, oder das beleidigte Leberwurst spielen wegen eines virtuellen Todes, echt lächerlich.
Die letzte Woche war also etwas anstregend für mich. Es ging zum Teil um sehr ernste Themen, die nichts oder nur wenig mit dem Spiel zu tun hatten. Es gab davon mehrere, also rede ich hier nicht über einzelne Personen. Es menschelt! Und das ist gut so! Ich möchte es nicht anders haben!
In diesem Sinne,
Euer Greex
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